Kunstobjekte aus Edelstahl in Kunstausstellungen
Im zweiten Teil unserer Miniserie zeigen wir außergewöhnliche Kunstobjekte, die Ihren Weg in Kunstausstellungen gefunden haben. Wir stellen drei unterschiedliche Projekte vor, bei denen wir geholfen haben, die Idee des Künstlers zu verwirklichen oder zu vervollständigen. In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und weiteren Unternehmen entsteht so einzigartige Kunst aus Edelstahl.
Projekt 1: Der Blitz
Auftraggeber: Seygel & Schreiber GbR
Künstlerin: Judith Hopf
Ausstellung: Énergies Bétonsalon Paris 2022
Der menschliche Umgang mit Technologie und Elektrizität steht bei diesem Kunstobjekt im Fokus. Die Ausstellung „Énergies“ von Judith Hopf, organisiert von Bétonsalon und Le Plateau setzt auf einen kritischen Blick durch Überzeichnung alltäglicher Szenen, mit dem Ziel Widersprüche unserer Zeit aufzudecken.
Im Zentrum dieser Ausstellung steht der "Blitz", eine etwa 3 Meter hohe und 1,20 Meter breite Skulptur, der den Ursprung unserer Elektrizität symbolisiert. Im Zusammenhang mit anderen Kunstobjekten dieser Ausstellung verweist er darauf, dass seine Kraft und die damit verbundene Gefahr stets allgegenwärtig sind und unser heutiger Stromverbrauch oft ohne Bewusstsein für seine Erzeugung und Konsequenzen erfolgen.
© Photo: Pierre Antoine
Material und Ausführung:
Als zentrales Objekt der Ausstellung soll der Blitz raumfüllend und imposant wirken. Aufgrund der Größe und Form war die Skulptur leicht federnd, weshalb eine besonders stabile Konstruktion und sichere Integration in den Ausstellungsraum notwendig waren.
- Werkstoff: Edelstahl
- Oberfläche: Gelb pulverbeschichtet
- Abmessungen: 3 m Höhe, 1,20 m Breite
- Konstruktion: Edelstahlteile gelasert, verschweißt
- Zusammenarbeit: Saygel & Schreiber GbR

Model
Judith Hopf entwarf dieses Model des Blitzes, an dem wir uns bei unserer Arbeit orientieren konnten
Konstruktion
Der zusammengeschweißte Blitz in seiner ganzen Größe - noch ohne Farbe
Fest verschraubt
Eine Befestigung an der Decke der Ausstellungshalle ist essenziell für die Stabilität des Kunstobjekts
Projekt 2: Die Zungen
Auftraggeber: Seygel & Schreiber GbR
Künstlerin: Judith Hopf
Ausstellung: Alifi, Metro Pictures, New York, 2019 / Haltung & Fall, Marta Herford Museum, Herford, 2019
Die „Zungen“ sind unter anderem Teil der Werkreihe Walls, Tongues and Pears, in der Judith Hopf alltägliche Baumaterialien und gängige Fertigungsprozesse nutzt, um die sozialen Dynamiken des zeitgenössischen städtischen Lebensraums und deren Einfluss auf das menschliche Verhalten zu hinterfragen. Auch in der Ausstellung Haltung & Fall im Marta Herford Museum wurden einzelne Arbeiten dieser Reihe präsentiert.
Die unterschiedlich großen Skulpturen ahmen die Form und Bewegung einer Zunge nach, die aus einem Mund herausragt – humorvoll und zugleich überzeichnet. Mit den leuchtend roten Zungen schafft die Künstlerin ein Sinnbild für das Fehlen alltäglicher Gespräche über die Lebensbedingungen in urbanen Räumen.
© Photo: Deborah Schamoni / Marta Herford Museum
Material
- Werkstoff: Edelstahl
- Oberfläche: Rot pulverbeschichtet
- Abmessungen:
Tongue as a wall piece: 195 x 125 x 95 cm
Standing Tongue: 180 x 107 x 50 cm
Tongue (floor piece): 280 x 95 x 72 cm
- Konstruktion: Edelstahlteile gelasert
Besonderheiten
Die Skulpturen wurden in verschiedenen Größen einzeln gelasert und in Form gebracht. So entstanden mehrere Objekte, die je nach Ausführung frei stehend, liegend oder als Wandstück installiert werden können.
Durch die anschließende Pulverbeschichtung der Oberfläche entstand die kräftige rote Farbe. So bekommen die Zungen eine kecke, eindrucksvolle Präsenz und es entsteht der einzigartige Blickfang in jeder Ausstellung.
In der Fertigungshalle
Zunge für die Montage an einer Wand, bereits geschliffen
Warten auf Beschichtung
Diese Zunge wartet auf Ihre Pulverbeschichtung
Beschichtung vollendet
Die rote Pulverbeschichtung trocknet auf dem Hof
Projekt 3: Druckschott eines ausrangierten Flugzeugs
Künstler: Michail Pirgelis
Ausstellung: Adopted, Sprüth Magers, Berlin, 2014
Alten Flugzeugteilen aus Kalifornien und Arizona haucht der Künstler Michail Pirgelis neues Leben ein. Dieser riesige Druckschott eines ausrangierten Flugzeugs war selbst für uns ein seltener Anblick. Auf der Rückseite ist noch das ursprüngliche, gealterte Antlitz erkennbar, während die Vorderseite vollständig von alter, verwitterter Farbe befreit und anschließend hochglanzpoliert wurde.
Michail Pirgelis sieht in diesen Teilen nicht den Verfall, sondern die Schönheit ausgedienter aeronautischer Körper, die für ihn Sinnbilder sind für den Traum vom Fliegen und den Wunsch, menschliche Grenzen zu überwinden.
Michail Pirgelis Adopted Installation view, Sprüth Magers, Berlin, February 7–March 8, 2014 Photo: Timo Ohler
Besonderheiten:
Dem alten Druckschott eines Flugzeugs wurde ein neues Leben eingehaucht. Seine ursprüngliche technische Funktion ist erloschen, doch durch die Bearbeitung entstand ein eigenständiges skulpturales Werk, das den Geist der Luftfahrt bewahrt. Nur die Rückseite verrät noch den jahrzehntelangen Verfall. Die aufwendige Politur verwandelt die Vorderseite in eine makellose Hochglanzoberfläche mit unverwechselbarem Charakter.
Abtragung
Die Patina wird aufwendig von unseren Mitarbeitern im Teamwork abgeschliffen
Politur
Der Druckschott erhält seine glänzende Oberfläche durch die aufwendige Politur
Endergebnis
Durch die Politur erhält der Druckschott sein spiegelndes Hochglanzfinish
Wir realisieren auch Ihr Kunstobjekt
Die Projekte zeigen, wie vielfältig Edelstahl als Werkstoff sein kann. Durch seine natürliche Beschaffenheit lässt es sich in verschiedene Formen und gewünschte Oberflächenoptiken bringen. Ein ideales Material, um Ihre Ideen und Intentionen in Form eines Kunstobjekts zu verwirklichen.
Der nächste Teil unserer Blogreihe beschäftigt sich mit geometrischen Formen aus Edelstahl. Ob für Museen als didaktische Grundformen zum Anfassen oder als Kunstobjekt für zu Hause. Die Geometrie dient als Inspirationsquelle für vielerlei Projekte.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Ihre Idee mit uns realisieren möchten.